Fürstenau - fürstliche Stadt mit historisch bedeutenden Zeitzeugen


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Stadt Fürstenau
Schloßplatz 1
49584 Fürstenau
Telefon: 05901 9320-0
Telefax: 05901 9320-12
E-Mail: info(at)fuerstenau.de

WochentagÖffnungszeiten
Montag und Dienstag08:30 bis 13:00 Uhr und 14:00 bis 16:00 Uhr
Mittwoch08:30 bis 13:00 Uhr
Donnerstag08:30 bis 13:00 Uhr und 14:00 bis18:00 Uhr
Freitag08:30 bis 12:00 Uhr
 

Im Rahmen der Verwaltungs- und Gebietsreform wurden zum 01.07.1972 die ehemals selbständigen Ortschaften Fürstenau, Hollenstede, Schwagstorf und Settrup zur Stadt Fürstenau zusammengeschlossen. Die Stadt bildet gemeinsam mit den Gemeinden Berge und Bippen die Samtgemeinde Fürstenau, deren Amtssitz sich im Fürstenauer Schloss befindet.

Rd. 9.500 Einwohner leben in Fürstenau auf einer Fläche von rd. 79 qkm. Bürgermeisterin der Stadt Fürstenau ist Manuela Nestroy. Ihr obliegt die repräsentative Vertretung der Stadt. Stadtdirektor Matthias Wübbel ist in allen Verwaltungsangelegenheiten Ansprechpartner.

Settrup MarienstiftSchwagstorf Kirche Hollenstede


Die Geschichte

Eine Niederung aus Heide und Sumpf - so darf man sich das Gebiet der heutigen Stadt Fürstenau noch im 13. Jahrhundert vorstellen. Politisch lag es im Interessenbereich zweier konkurrierender Herrschaften, dem des Fürstbischofs von Osnabrück und dem des Grafen von Tecklenburg. Das Hochstift Osnabrück grenzte im Westen an die Niedergrafschaft Tecklenburg. Um seinen Anspruch durchzusetzen, baute der Osnabrücker Fürstbischof Gottfried von Arnsberg 1344 in die Niederung einen Festungsturm mit Wohnteil - erstmals erwähnt als "Vorstenowe" im Jahre 1344.

Der Ort Fürstenau entstand Mitte des 14. Jahrhunderts als ergänzende Schutz- und Wehranlage. Sehr bald siedelten sich Bauern aus der näheren Umgebung im Schutze der Burg an und umwehrten diese erste Siedlung. Fürstenau wurde so eine Ackerbürgersiedlung.

Durch den Ausbau der Feste war Fürstenau über ein halbes Jahrtausend als Residenz der Osnabrücker Landesfürsten Burggarnison und Verwaltungshauptstadt des Osnabrücker Nordlandes und zählte zum mächtigen Städtebund der Hanse. Heute gehört Fürstenau dem neuen Bund der westfälischen Hanse an.

Wehr- und Verwaltungsmerkmale bestimmten lange Zeit das Leben in Fürstenau. Das historisch bedeutende, aus der Gründungszeit stammende fürstbischöfliche Schloss beherbergt heute die Verwaltung der Samtgemeinde Fürstenau, die die Mitgliedsgemeinden Berge, Bippen und Fürstenau umfasst. Der südliche Schlossflügel ist seit 1817 als katholische Pfarrkirche eingerichtet.

Die Ackerbürger- und Garnisonsstadt wurde bald nach dem zweiten Weltkrieg wieder militärisch geprägt. Bis zum Abzug der Bundeswehr 2009 waren hier bis zu 1.200 Soldaten und viele zivile Mitarbeiter stationiert. Die ehemalige Kaserne und der zugehörige Standortübungsplatz sind heute die Basis für Europas größten Freizeit und Erholungspark mit dem Schwerpunkt Outdoor-Motorsport, dem Fursten-forest


Aktuelle Entwicklung

Spätestens mit dem Abzug der Bundeswehr hat sich die Stadt einen Schwerpunkt im Bereich Naherholung und Tourismus gesetzt. Mit der systematischen Aufwertung der historischen Innenstadt und der Schlossanlage entwickelt sich Fürstenau zum familienfreundlichen Erholungsort.

Der Bildungscampus am Gültum trägt wesentlich zur Familienfreundlichkeit bei. Hier finden sich Bildungsangebote von der Kita bis zum Abitur und darüber hinaus. Mit dem Schulreitsportzentrum hat der Bildungscampus ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal: „Voltigieren in der Abiturprüfung“. Alle Bildungseinrichtungen verbindet das Projekt „Kinder mit Pferden stärken“.

Als kleines Zentrum zwischen den Mittelzentren besitzt Fürstenau eine hohe Einzelhandelszentralität. Etliche Handwerksbetriebe und einen Weltmarktführer im Bereich Verpackungssysteme prägen die Wirtschaft. Ergänzend zum Bildungscampus verfügt Fürstenau seit 2020 über eine Pflegeschule.


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Wappen und Name

Wappen: Das Wappenbild wurde dem bis in 14. Jahrhundert zurückreichenden Siegel der Gemeinde entnommen, das stets als Wahrzeichen der Stadt galt. Silberner zinnenbewehrter Torturm (Bergfried) mit rechts anliegender Kemenate auf rotem Schild: Burg Fürstenau

rot - silber - grün
rot - grün: entsprechend der Stadtflagge
silber: Damit sich der Torturm bei einer eventuellen Anbringung des Wappens im mittleren weißen Feld der städtischen Flagge vom Weiß des Fahnentuches abhebt.

Stadtflagge : rot - weiß - grün

rot - weiß: Osnabrücker Stiftsfarben, da die Stadt ihre Gründung der osnabrückischen Stiftsburg Fürstenau verdankt.
grün: Erinnerung an den Einsatz der Fürstenauer für Ort und Heimat

Zur Zeit des 30-jährigen Krieges war die Stadt unter dem Drosten Kobold von Tambach in zwei Kompanien aufgeteilt. Jugendliche, die den Bürgereid noch nicht geleistet hatten, bildeten die sogenannte Junge Burschenkompanie. Die Akten berichten, dass sie eine eigene Fahne führten. Der Volksmund sagt, dass die Farben weiß-grün bzw. rot-weiß-grün gewesen seien. Die unter diesen Farben von den Bürgern in schwerer Zeit gebrachten Opfer wurden vom damaligen Landesherrn Bischof Franz von Wartenberg wiederholt anerkannt (1642 Ernennung zur Stadt).


Der Name

Vorstenowe

"Vorsten" (Vorst) = Fürst
"owe" (ouwe) = Aue = fließendes Wasser, wasserreiches, grasiges Land und fruchtbarer, längs eines Baches ausgebreiteter Acker- oder Wiesengrund
Au in Verbindung mit einem Burgnamen kennzeichnet die so benannte Feste als Wasserburg.
Bedeutung: Au = Au des Fürsten

Also die wasserumflossene Schutz- und Wehranlage, die Wasserburg, Fürstenau = die fürstliche Feste, d.h. die vom Landesfürsten gegründete Schutzstätte, bestehend aus Burg und Stadt.
Dies ist die einzig mögliche Deutung des Namens Fürstenau. Denn Burg und Stadt erhielten ohne Zweifel ihren Namen vom Gründer, dem Osnabrücker Fürstbischof als Fürsten des Landes.

Vastenowe
Fast - te - nau = fast zu nahe

Diese Auslegung soll der Tecklenburger Graf zum Ausdruck gebracht haben, als er erstmals von der in der Nähe seiner Landesgrenze errichteten Grenzfeste des Osnabrücker Landesfürsten erfuhr.
Diese tecklenburgische Deutung ist nur ein einziges Mal schriftlich in einer Prozessakte aus dem Jahr 1537 des Tecklenburger Grafen in Grenzfragen überliefert. Wahrscheinlich handelt es sich hier nur um ein Wortspiel.

Verstenowe
Verstenowe = Förstanouwa
Förstan, firstan = Gipfel, Höhe
Ouwa = Wasser
also Fürstenau als "Siedlung am oberen Wasserlauf"

Dieser 1952 veröffentlichte Versuch des Sprachwissenschaftlers Prof. Th. Baader wurde von der Landesgeschichtsforschung abgelehnt.


Patenschaft mit der Stadt Hohen Neuendorf

Neben einem regen "Innenleben" pflegen die Bürger der Stadt Fürstenau auch nach außen hin Kontakte und Freundschaften.

Innerhalb Deutschlands ist eine sehr angenehme Partnerschaft mit der Stadt Hohen Neuendorf in Brandenburg entstanden.
Wir freuen uns, diese Städtefreundschaft zu leben und ständig zu vertiefen. Und wir grüßen all' unsere Freunde in den Partnerstadt ganz herzlich!


Die Partnerschaft zwischen der Stadt Hohen Neuendorf (ehemals Borgsdorf) im Bundesland Brandenburg und der Stadt Fürstenau wurde am 15.06.1991 durch den Austausch einer Urkunde besiegelt.

Weitere Informationen über die Partnerstadt erhalten Sie bei der
Stadt Hohen Neuendorf (Landkreis Oberhavel), Oranienburger Straße 2,
16540 Hohen Neuendorf
Telefon: 03303/5280
Telefax: 03303/500751


Die Ehrenbürger der Stadt Fürstenau

Der ehemalige Schulleiter der IGS-Fürstenau Karl-Heinz Dirkmann hat sich die Mühe gemacht und ein paar kurze Informationen zu den Fürstenauer Ehrenbürgern zusammengetragen:
 

Gustav von Wick, gleichnamiger Sohn des Württembergischen Kammerherrn und Hannoverschen Kapitäns Gustav von Wick studierte in Göttingen  Rechtswissenschaften und trat anschließend in den Dienst des Königreichs Hannover. Nach der Annexion Hannovers durch Preußen 1866 wurde er preußischer Staatsdiener und war bis zur Auflösung des Amtes Fürstenau 1884 als Amthauptmann in Fürstenau, ab 1877 auch kommissarisch als Kreishauptmann des Kreises Bersenbrück tätig. 1885 wurde er zum Landrat des Kreises Zeven ernannt und verließ Fürstenau. Für seine Verdienste erhielt er zum Abschied von Bürgermeister Hermann Vahrenhorst den Ehrenbürgerbrief der Stadt Fürstenau.
 

Johann Hermann Bernhard Varenhorst, geboren am 11. Juni 1827 als Sohn des Bippener Pastors Varenhorst war Kaufmann in Fürstenau und von 1884 bis 1897 Bürgermeister. Der Ehrenbürgerbrief wurde ihm am 1. Weihnachtstag 1897 überreicht. In ihm heißt es, dass er die Ehrung erhält in Anerkennung seines 40jährigen verdienstvollen Wirkens in Magistrat und Bürgervorsteherkollegium sowie der umsichtigen, unparteilichen Führung der Verwaltungsgeschäfte. Varenhorst war unter anderem der geistige Urheber der 1887 gegründeten Sparkasse für den Kreis Bersenbrück und hat sich besonders um die Aufforstung großer brachliegender Heide- und Sumpfflächen verdient gemacht. Außerdem verhinderte er den Verkauf des Pottebruchs und hat sich bemüht, die langjährigen konfessionellen Gegensätze zu glätten.
 

Dr. August Schröder, geb. am 8. Mai 1908 in Hollenstede, studierte nach dem Abitur Theologie und romanische Philologie und war von 1946 bis 1975 als Archivar beim heutigen LWL-Archivamt für Westfalen in Münster tätig. In Fürstenau erstellte und betreute er das Stadtarchiv und veröffentlichte in vielen Aufsätzen in Zeitschriften und in Büchern Recherchen über die Geschichte von Fürstenau. In zahlreichen Vorträgen vermittelte er den Bürgern Fürstenaus einen Einblick in die Geschichte ihrer Kommune und wies auf die Bedeutung von Fürstenau im Fürstbistum Osnabrück hin. In Anerkennung dieser seiner Verdienste erhielt Dr. August Schröder am 8.5. 1983 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Fürstenau.
 

Franz Paul Landwehr, geb. 27.4.1897 in Essen war Bürgermeister der Stadt Fürstenau von 1945 bis 1949 in der schwierigen Nachkriegs- und Besatzungszeit und bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 1956 25 Jahre lang Mitglied des Rates der Stadt. Sein besonderes Bemühen galt dem Aufbau von Wirtschaft und Industrie in Fürstenau und der Eingliederung von Flüchtlingen. Er hat sich in besonderer Weise für den Wiederaufbau und um die Eingliederung der Vertriebenen bemüht. Ein hohes Anliegen war ihm die Einrichtung des Bundeswehrstandortes Fürstenau. Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft erfolgte am 27.4.1984.
 

Bernard Süskind ist geboren am 6.10.1921 in Fürstenau und dort aufgewachsen. Als jüdischer Mitbürger erlebte er schon im Schulalter den Ausschluss aus der Gesellschaft. 1937 ging er nach Hamburg zur Ausbildung als Schlosser. Bei einem Heimatbesuch im November 1938 wurde er festgenommen und ins KZ Buchenwald eingeliefert. Nach acht Wochen kam er frei und ging zurück nach Hamburg. Dort wurde er erneut festgenommen, aber im April 1939 nach Schweden entlassen. Von dort aus übersiedelte er mit seinen Eltern in die USA. 1945 kehrte er als amerikanischer Soldat kurzzeitig nach Fürstenau zurück und sorgte für die Pflege des jüdischen Friedhofs. Im Sommer 1958 kam er erstmals zu Besuch nach Fürstenau und erneuerte frühe Jugendfreundschaften. Ab 1985 besuchte er regelmäßig Fürstenau und berichtete in Schulen über seine Erlebnisse in der Nazizeit. In der Ehrenurkunde vom 28. 2.2000 heißt es in Anerkennung seines Verhaltens: "Treue als man sie nicht erwarten konnte, Versöhnung als man den Gedanken daran nicht zu denken wagte." Und: "Diese Ernennung erfolgt auch stellvertretend für alle jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger der Stadt Fürstenau, denen während der Zeit des Nationalsozialismus in den Jahren von 1933 bis 1945 schweres Unrecht zugefügt wurde."
 

Am 18. April 2007 erhielt Reinhold Schröder, geb. am 18. April 1937 in Fürstenau, in Würdigung seiner langjährigen kommunalpolitischen Tätigkeit und besonderer Verdienste um das Wohl der Stadt Fürstenau die urkundliche Ernennung zum Ehrenbürger. Reinhold Schröder war 34 Jahre lang kommunalpolitisch tätig, davon von November 1976 bis November 2006 als Bürgermeister der Stadt Fürstenau. Besonders hervorzuheben sind sein Einsatz für den Bundeswehrstandort Fürstenau und die Förderung von Patenschaften mit der holländischen Gemeinde Ruurlo sowie Hohen Neuendorf im Landkreis Oranienburg. Außerdem wirkte er viele Jahre als Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Fürstenau für die Kommune.