In der Gegenwart Vergangenes bestaunen

11. Buten Porten
Als weitere Befestigung befand sich vor dem Vortor ein Ravelin. Es bestand aus einem mit Wall und Graben befestigtem Dreieck. Die Wege aus der Stadt führten über die Schenkel des Dreiecks. Dies ist noch heute gut erkennbar. Rechts führt die Osnabrücker Straße aus Buten Porten heraus, links der Wegemühlenweg in Kombination mit der früheren Lonner Straße. Durch eine Ableitung des Mühlenbaches (Muckenbecke), die noch heute um das Reginenstift herumführt, war linkseitig ein Graben angelegt. Auf der rechten Seite bildete ein Abzweig des Stadtgrabens den entsprechenden Schutz. Der Weg von der Brunnenstraße hinter dem Haus Buten Porten 15 zum alten Landwehrschen Garten (Buten Porten 1 und 3) zeigt das noch an.

Nach dem 30-jährigen Krieg wurde das Vortor abgebrochen. Seitdem heißt der Straßenzug folgerichtig „Buten Porten“, außerhalb der Pforte.
12. Gerhardi-Brunnen

Wenn wir die Osnabrücker Straße überqueren, sehen wir den Platz des ehemaligen Gerhardi-Brunnens. Hier errichtete Bürgermeister Gerhard Hartke 1911 einen Brunnen, überbaut mit einem Turm, der die Stadt mit Wasser vom Wingerberg versorgte. Um das sehr eisenhaltige Wasser genießbar zu machen, kam 1914 eine Enteisungsanlage dazu. Äußerlich machte das Gebäude den Eindruck einer kleinen Kapelle.

Nachdem der Brunnen durch den Bau des städtischen Wasserwerks abgelöst wurde, befand sich hier beispielsweise eine Lungenheilanstalt (Solbad à la Fürstenau). Rachitisch veranlagte Kinder nahmen in mit Salzwasser gefüllten Holzbadewannen Platz und mussten anschließend auf Liegestühlen in Landwehrs Garten ruhen. Vor seinem Abbruch 1954 diente das Gebäude zuletzt als Heißmangel. Zu Ehren des Erbauers erhielt dieser Platz den Namen „Gerhardi-Brunnen".

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