In der Gegenwart Vergangenes bestaunen

3. Amtsgefängnis
Amtsgefängnis
Das Amtsgefängnis wurde 1720 als Gefangenenhaus erbaut. Dank der behutsamen Restaurierung durch den Fürstenauer Handwerkerring in 2002 ist der ursprüngliche Zustand eines neuzeitlichen Gefangenenhauses noch heute erhalten, vermutlich eine Rarität. Heute ist ein Erlebnishotel, dass Übernachtungen in den restaurierten Zellen bietet.

Mit Verlegung des Gerichtsortes von Schwagstorf nach Fürstenau im 15. Jahrhundert durch den Bischof von Osnabrück wurde der Amtssitz Fürstenau auch Sitz des Gogerichtes (= einem bestimmten Gebiet = Gau zugeordnetes Gericht). Der Bischof hatte das seit alter Zeit in Schwagstorf ansässige Gogericht von den Erben des Franz von Lüning, dem Drost des Amtes Fürstenau, erworben, dem dieses 1559 von den Grafen von Tecklenburg verkauft worden ist.

Während vom Pranger am Marktplatz, vom Püttebecken und vom Wulfsloch im Alten Rathaus und vom Gefängnis im Hohen Tor bei geringeren Vergehen Gebrauch gemacht wurde, war das Gogericht für schwere Straftaten zuständig.

Da zu einem solchen Gericht ein Gefängnis und ein Hinrichtungsort gehörten, wurde auf der Schlossinsel ein Gefangenenhaus errichtet. In der entsprechenden Handschrift zum Bau des Gefängnisses wird erwähnt, dass das Bauwerk mit Steinen aus dem Steinbruch Tecklenburg gebaut werden sollte. Als Standort für das Gefangenenhaus war zunächst des Gelände über dem Eiskeller, der sich im Wall befand, also auf der Wallbefestigung, vorgeschlagen worden. Da das Bauwerk dann eine große Höhe erreicht hätte und dem Wind all' zu sehr ausgesetzt gewesen wäre, entschloss man sich gegen diesen Ort.

Die zum Gericht gehörende Hinrichtungsstätte war der Hamberg. Zum Tode Verurteilte (z. B. Pferdediebe) wurden dort am Galgen erhängt. Die letzte Hinrichtung wurde 1875 vollzogen.

1971 wanderte das Amtsgericht nach Bersenbrück. Damit hatte das Fürstenauer Gefängnis ausgedient. Für kurze Zeit diente es noch als Jugendarrestanstalt.
4. Nord-Ost-Bastion
Nord-Ost-Bastion
Im Schlossteich befindet sich der von der Schlossinsel aus begehbare renovierte Nord-Ost-Geschützturm.

Die Nord-Ost-Bastion wurde vermutlich um 1527 erbaut. Um 1630 erfolgte eine Erweiterung der Festungsanlage. Die Nord-Ost-Bastion ist der einzig erhaltene Wehrbau dieser Art im Osnabrücker Land. Die Mauerstärken betragen 6 Meter. Seine ursprüngliche Höhe lag bei 8 Metern über dem Wasserspiegel des Burggrabens.

Das Gebäude hat einen Durchmesser von 25 Metern. Die Mauer vor dieser Bastion zeigt den Verlauf der ehemaligen Festungsmauer in Richtung Zugbrücke.

Der obere Eingang war vom Burgwall aus zu erreichen. Durch den unteren geschützt liegenden Eingang konnten die Verteidiger schnell von der Burg aus in das Festungswerk gelangen. Der Turm hat zwei Stockwerke, die über eine Wendeltreppe zu erreichen sind. Im Innern sind verschiedene Bauphasen zu erkennen. Rechts und links vom Eingang liegen Pulverkammern.

Heute bietet die Bastion einen eindrucksvollen Rahmen für Feierlichkeiten besonderer Art. Bei Sektempfängen, Hochzeiten, Geburtstagen und Mittelalterfesten finden bis zu 70 Personen Platz im Wehrturm.

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