Obelix hätte seine wahre Freude

Hünensteine Berge-Hekese

Großsteingräber stammen aus der Jugendzeit, und zwar aus der 2. Hälfte des 4. Jahrtausends v. Chr.. Die aus Findlingen errichteten Grabkammern besaßen ein Steinpflaster und waren ursprünglich von einem Erdhügel bedeckt, der in der Regel eine steinerne Einfassung von ovaler und rechteckiger Form besaß. In den Kammern wurden über Generationen hinweg die Toten eines Siedlungsverbandes beigesetzt. Zu ihrer Ausstattung gehörten Tongefäße, Steinbeile, Pfeilbewehrungen und Geräte aus Feuerstein sowie Schmuck aus Bernstein, Kupfer und Tierzähnen.

Großsteingräber in Berge-Hekese

Im Berger Ortsteil Hekese sind Großsteingräber aus der jüngeren Steinzeit, vor etwa 4500 bis 5000 Jahren errichtet, zu sehen. In ihrer Form einzigartig in Norddeutschland. Mehrere Gräber sind durch eine "Allée couverte" (Steingang) verbunden, wie sie sonst nur in der Bretagne zu finden sind. Die gesamte Anlage hat eine Länge von etwa 90 m. Aufgrund der Größe und der mit diesem Ort verbundenen Sagen kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei dieser Anlage sowohl um eine zentrale Kultstätte als auch um eine Art Sternwarte handelt – bereits 892 wird Hekese als "Hiddikessen" (Heidentaufe) erwähnt.

"Hünengrab" von Bippen-Restrup

Das Großsteingrab von Restrup hat eine Kammer von 9 m lichter Länge und 1,8 m – 2 m lichter Breite. Einige Längsseitenträger sowie einer der ursprünglich fünf Decksteine fehlen. Der mittlere Deckstein ist gesprengt und nur zur Hälfte erhalten, vermutlich überdeckte er den Eingang in der Mitte der südlichen Längsseite. Ein Rest des ehemals über der Kammer aufgeschütteten Erdhügels ist erhalten. Der viereckige Erdwall, der die Anlage umgibt, ist rezent.

Weitere sagenumwobene Kultsteine in Bippen sind u. a. der Näpfchenstein in Restrup, der Brotschapp und der Phaolenstein in Dalum.

Markante Stationen

Rote Säule in Berge-Anten

Die Rote Säule ist ein sagenumwobener Grenzstein, der vor über 150 Jahren errichtet wurde, um einen Grenzstreit zwischen den damaligen Gemeinden Hahlen, Anten und dem Stift Börstel zu schlichten. Zuvor war es im Zuge von Grenzstreitigkeiten zuweilen hoch hergegangen.

Erst mit der Errichtung der drei Meter hohen, rötlich angestrichenen Holzsäule kehrte wieder Ruhe in die beschauliche Moorlandschaft ein.

Meßlage in Fürstenau-Settrup

Die Meßlage ist nicht wie oftmals behauptet wird, die Stelle, an der während der Zeit der Religions- und Glaubenswirren die heilige Messe gelesen wurde, sondern vielmehr eine alte Grenzbezeichnung. Bereits im 16. und 17. Jahrhundert wird in Berichten über Snatgänge oder Grenzbegehungen von dem "Hauptgrenzstein an der Meßlage" als einem Markierungspunkt gesprochen. Dieser Grenzstein wurde erst später zu einem Gedenkstein aufgewertet:

In der Zeit der Glaubenswirren errichteten die Katholiken Anfang des 17. Jahrhunderts auf der Flur "Meßlage" eine Notkapelle. Es soll eine etwas größere Scheune gewesen sein, die den Kirchgängern Schutz vor dem Wetter bot. Hier nahm der damalige Frerener Pfarrer Berlage Taufen und Trauungen vor und der Weihbischof H. von Gärtz firmte zahlreiche junge Katholiken aus Freren und Umgebung. Nachdem es den Katholiken im Jahre 1718 gestattet wurde, in Privathäusern Gottesdienste abzuhalten, wurde die Notkapelle nicht mehr gebraucht.

Auf einer alten Grenzkarte aus dem Jahre 1778 ist der Platz, an dem einst die Notkapelle stand, etwas nördlich der Meßlage als "alter Kirchplatz" eingezeichnet. Im Jahre 1848 wurde zur Erinnerung an diese Zeit ein Denkmal aufgestellt. Der Bauer Bentrup sah, so wurde berichtet, eines Tages einen Wagen mit einem geschmückten Stein durch Settrup fahren, betend und singend gefolgt vom Kaplan Engelken und einer Schar Messdiener aus Freren, die Richtung Meßlage zogen. Dort errichteten sie feierlich dieses Denkmal. Im Jahre 1912 war der Stein stark verwittert. Der Frerener Pastor Laake ließ ihn durch den Steinbildhauer Upmann neu behauen. Ferner wurde ein Unterbau aus Kieselsteinen durch den Bauunternehmer Demann errichtet. Eine erneute Renovierung mit gleichzeitiger kirchlicher Weihe erfolgte im Jahre 1950.

Im Rahmen der Flurbereinigung wurde der Stein versetzt und bekam seinen heutigen Standort innerhalb einer kleinen Grünanlage, auf dem so genannten "Drei-Länder-Eck" (Grenzgebiet zwischen Schale - Settlage - Settrup). Die Inschriften auf dem Stein bestehen aus schlichten Daten, die besagen, dass vom 20.10.1716 bis 06.02.1718 die einst hier stehende Notkapelle benutzt, im Juni 1848 dieser Gedenkstein errichtet, im August 1912 und im Jahre 1950 der Kreuzstein renoviert wurde.